Zehn gute Argumente für ein schnelles Flurstück 277

Bis zum Jahr 2024 ist es noch eine Weile hin, nicht wahr? Für uns als ehrenamtliche Initiative ist eine Wartezeit von weiteren sechs Jahren aber nicht hinnehmbar! Wir sind der Meinung, dass eine frühzeitige Entscheidung über die Zukunft des Flurstücks 277 eine Menge Vorteile und Chancen mit sich bringt. Diese möchten wir euch im Folgenden vorstellen:

1.) Städtebaulich kann und soll die Zukunft des Flurstücks 277 schon jetzt entschieden werden – gerade im Hinblick auf die Frage, in welche Richtung sich das Viertel „Im Grün“ entwickeln soll. Mit der zunehmenden Erweiterung der Innenstadt ist der Druck auf die Bewohner*innen – und damit verbunden auch das Mietniveau – deutlich gestiegen. Zudem werden immer mehr Wohnungen zu Feriendomizilen. Auf dem Flurstück 277 ließe sich die Entwicklung des Viertels bewusst und positiv beeinflussen. Dies ist der einzige noch nicht entwickelte Bereich der vielfach, u.a. vom Gestaltungsbeirat kritisierten Business-Mile / Bahnhofsachse, der direkt an eine Wohnbebauung grenzt. Deshalb fordern wir eine möglichst rasche Bebauung mit Augenmaß, die diese Zusammenhänge des lebendigen, historisch gewachsenen Viertels berücksichtigt.

2.) Unsere Initiative braucht ein positives Signal der Politik für die weiteren Planungen dieses Projekts wie z.B. für den baulichen Entwurf, dessen detaillierte Ausarbeitung viel Geld erfordert.

3.) Um Flächen zu entwickeln, wird in anderen Städten z.B. überlegt, Gründstückseigentümer*innen zu enteignen, wenn sie ihrer Baupflicht nicht nachkommen. Die Wohnungen, die auf dem Flurstück 277 entstehen sollen, werden jetzt und künftig benötigt. Dies gilt in gleicher Weise für Räume, die z. B. für bürgerschaftliches Engagement, Initiativen, Kunst und Kultur zu nutzen sind.

4.) Unser Beteiligungsprozess mit der Einbindung der Anwohner*innen ist jetzt aktuell und deshalb zeitnah umzusetzen – auch um seine Glaubwürdigkeit zu erhalten.

5.) Ehrenamtliche Initiativen lassen sich nicht ‚auf Eis legen‘. Wenn unser Projekt jahrelang kaum Fortschritte aufweist, wird ihr Fortbestehen erschwert.

6.) Die ursprünglich ins Auge gefasste Erweiterung des angrenzenden IHK-Baus würde zu einer weiteren Zunahme des Individualverkehrs auf der Schnewlinstraße führen – und dies ausgerechnet in Bahnhofsnähe, wo diese Art des Verkehrsaufkommens am einfachsten zu vermeiden wäre.

7.) Ein Ja zum Erhalt des „Crash“ bedeutet auch ein Ja zu einem lebendigen Nachtleben in der Stadt. Und dies an einer Stelle, wo der Lärm gut in den Griff zu bekommen ist. Denn entsprechende Maßnahmen zur Lärmdämmung sind in dem zu planenden Neubau für uns selbstverständlich.

8.) Ursprünglich hatte uns der Freiburger Gemeinderat 2017 ein Jahr Zeit zugestanden, um eine alternative Planung für das Flurstück 277 zu entwickeln und dessen geplanten Verkauf an die IHK zu verhindern. Diese Vorgabe haben wir mit großem Aufwand und beachtlichem Erfolg erfüllt. Jetzt unsere Planung wieder in einer ‚Schublade verschwinden zu lassen‘, ist entmutigend für uns – und mit Sicherheit auch ein fatales Signal für andere bürgerschaftliche Initiativen.

9.) Eine Lösung für die nachzuweisenden Kfz.-Parkplätze des Flurstücks 277 ließe sich in naher Zukunft in der Tiefgarage unter dem geplanten KG V finden – nicht jedoch bei einer Verzögerung der Bebauung dieses Flurstücks.

10.) Die Bauzinsen sind derzeit niedrig – das sollten wir nutzen.

Wie geht es mit dem Flurstück 277 und dem Crash weiter?

Ein anonym gestalteter Raum im Keller eines weiteren Büromeilers?

Oder doch lieber:

Das orginale Crash erhalten,

Raum für Begegnung und

Kleingewerbe schaffen –

UND erschwingliche Mietwohnungen!

Was kannst du dir noch vorstellen?

Flurstück 277 – Unsers!

Am 1. Mai – Raus auf die Straße! (und zu unseren Infoständen gepilgert)

Der Flurstück e.V. wird am 1 Mai, pünktlich zum Tag der Arbeit, kräftig in die Hände spucken und nicht nur an einem, sondern an zwei Infoständen vertreten sein!

Einmal im Stühlingerpark als Teil des Stands vom „Recht auf Stadt“,  ab etwa 10 Uhr, stehen wir euch Rede und Antwort.

Und später sind wir dann noch an unserem ganz eigenenStand, Ecke Wilhelm-/Belfortstraße, und wollem ein wenig mit euch plauschen. Umzug dorthin so ab 14 Uhr, mit Karawane über die blaue Brücke.

Kommt doch einfach mal vorbei – und unterstützt unseren im März gestellten Kaufantrag bei der Stadt mit eurer Unterschrift! Mit unseren eigens hierfür vorbereiteten Postkarten könnt ihr direkt Kontakt mit den Freiburger GemeinderätInnen aufnehmen und unser – und eurer – Engagement für selbstorganisiertes Bauen, Wohnen und Arbeiten bekräftigen!

Unser Frühlingsempfang in den Medien

Am 21. März zog nicht nur kalendarisch der Frühling ein, auch unsere Initiative blühte an diesem Tag so richtig auf.

Wir hatten zu einem Frühlingsempfang geladen und außer leckeren Schnittchen und Sekt eine große Neuigkeit im Gepäck: Wir haben offiziell bei der Stadt Freiburg einen Kaufantrag für unser geliebtes Flurstück eingreicht!

Gespannt, was die Medien über uns zu berichten hatten? Seht selbst!

Das Modell der Stunde

Aus städtebaulichen Erwägungen haben wir uns von unserem ersten terrassenförmigen Entwurf verabschiedet und sind zu unserer Variante 2 umgeschwenkt.

Dieser Entwurf besteht aus einem fünfgeschoßigen Riegel an der Schnewlinstraße, einer eingeschoßigen Überbauung im mittleren Bereich und einem 3-geschoßigen Riegel im östlichen Bereich des Grundstücks.

Wir denken, dass wir mit diesem Entwurf die Belichtungsmöglichkeiten in den Innenräumen verbessern, aber auch die Lärmproblematik in der direkten Nachbarschaft besser bewältigen können.

Aktueller Newsletter (November 2017)

Liebe Freund*innen des Flurstücks 277 – Crash-Areal von morgen,

unser letzter Newsletter liegt schon etwas zurück. Das liegt vor allem
daran, dass in der ersten Jahreshälfte 2017 zwar viel passiert ist, dabei
aber wenig Neuigkeiten bezüglich der Planungen zu vermelden waren. In den
kommenden Monaten wird dagegen die gemeinsame Planung für das Flurstück 277
wieder ganz im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen.

** Rückblick auf 2016 **
Im vergangenen Jahr bestanden die Aktivitäten unserer Initiative vor allem
darin, einen Beteiligungsprozess anzustoßen und durchzuführen, der möglichst
viele Stimmen von Anwohner*innen und Nutzer*innen des Viertels „Im Grün“
berücksichtigt. Dazu wurden mehrere Workshops und
Informationsveranstaltungen durchgeführt und über 100 Beteiligungsmappen zu
verschiedenen Aspekten und sensiblen Punkten einer Neubebauung des
Flurstücks 277 verteilt. Aus den ebenso zahlreichen wie facettenreichen
Rückmeldungen wurde, mit tatkräftiger Unterstützung des Architekturbüros
ABMP, ein Modell entwickelt, das die eingegangenen Wünsche, Vorstellungen
und Problematiken berücksichtigt und baulich zusammenführt. Seitdem wurde es
bei mehreren Veranstaltungen und im Internet vor- und zur Diskussion
gestellt und hat dabei viel Anklang erfahren.

** Aktivitäten 2017 **
Nach diesem wichtigen Schritt waren wir gespannt darauf, was die Mitglieder
des Freiburger Gemeinderats zu dem gemeinsam mit dem Viertel erarbeiteten
Vorschlag sagen werden. Zum Jahresbeginn 2017 bemühten wir uns daher, das
Modell den Fraktionen des Freiburger Gemeinderats vorzustellen und mit ihnen
zu diskutieren. Aufgrund von Terminschwierigkeiten zog sich diese Phase,
anders als geplant, bis zum Sommer 2017 hin. In den Gesprächen haben wir
viel Zuspruch für den beispielhaften Ansatz der Bürgerbeteiligung und den
dabei herausgekommenen Entwurf erhalten. Es wurde allerdings auch deutlich,
dass dies nur ein erster Schritt sein kann. Bei den ebenso zahlreich
gestellten Fragen nach politischer Unterstützung haben wir deutlich gemacht,
dass wir für eine detailliertere Ausarbeitung eine gewisse
Planungssicherheit brauchen. Denn bisher lief jegliche Arbeit, auch die der
ABMP Architekten, rein ehrenamtlich. Es ist klar, dass auf dieser Grundlage
nur ein erster Vorschlag erarbeitet werden konnte und dass Verfeinerungen
des Modells auch Geld kosten werden. Wir hoffen daher auf ein baldiges
Signal, dass diese Anstrengungen eine reelle Chance auf Umsetzung haben.

** Stand und Zukunft der Planungen **
Gemäß unserem Ansatz, dass die Impulse für ein Crash-Areal von morgen aus
dem Viertel kommen sollten, wollen wir die Initiative jedoch keinesfalls an
die Gemeinderatsfraktionen delegieren. Zur Finanzierung von Detailplanungen
des Architekturmodells sind wir gerade dabei, einen Förderverein zu gründen.
Sein Hauptzweck wird die Förderung von Kunst und Kultur durch die Schaffung
geeigneter lärmreduzierter Veranstaltungsräume in der Schnewlinstr. 7 sein.
Da die Schaffung von günstigem selbstverwalteten Wohnraum alleine leider
nicht gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung ist, sind wir für die
angestrebte Gemeinnützigkeit auf den Vereinszweck „Förderung von Kunst und
Kultur“ angewiesen. Wir interpretieren diese Förderung allerdings
dahingehend, dass wir Räume für ein konfliktfreies Nebeneinander von Kultur
& Wohnen schaffen wollen. In einem Mischgebiet wie in der Schnewlinstr.
müssen diese Räume unserer Meinung nach hohe Standards erfüllen, zumal in
dem geplanten Gebäude selbst ja schon ein konfliktfreies Nebeneinander von
Wohnen und Kultur erreicht werden muss.
Dem dient vor allem die Mehrzweckhalle im Erdgeschoss. Sie wird als
Lärmpuffer – und somit keinesfalls als eine neue Lärmquelle! – für die
darüber liegenden Räume baustatisch zwingend benötigt, schirmt aber auch den
Crash-Keller von der Umgebung ab. Dafür haben wir erhebliche Mehrkosten im
Vergleich zu einer einfacheren Überbauung eingeplant.
Natürlich haben auch wir von Befürchtungen bezüglich dieser Mehrzweckhalle,
insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft, gehört und stehen
diesbezüglich gerne für Nachfragen zur Verfügung. Wir möchten dies nochmals
besonders betonen, da uns selbst leider keine direkten Nachfragen, dafür
aber viele Gerüchte, erreicht haben.

** Ausblick **
Während wir also auf ein positives Signal von Seiten der Stadtpolitik
warten, werden wir die Planungen für ein Crash-Areal von morgen im Einklang
mit dem umliegenden Viertel weiter vorantreiben. Dazu gehört insbesondere:

1) mehr über den ursprünglich geplanten IHK-Neubau zu erfahren. Wir haben
unsere Pläne und Schritte für eine alternative Bebauung zu jeder Zeit offen
und transparent dargelegt. Gleichzeitig stehen wir vor der Situation, dass
über die ursprünglichen Pläne der IHK zur Bebauung des Crash-Areals so gut
wie nichts bekannt ist. Sicher ist nur, dass bei einem IHK-Neubau ebenfalls
eine Clubnutzung im Keller vorgesehen ist. Wie sich dieser Neubau und seine
Nutzung in die Nachbarschaft einfügen sollen, interessiert uns als
stadtteilpolitisch Aktive ebenso wie als direkte Anwohner*innen.

2) Abstimmungen mit den zuständigen Ämtern. Ausgangspunkt unserer Initiative
war eine von der Basis ausgehende Stadtteilplanung, die ganz bewusst auf
kreative Wünsche und Ideen gesetzt hat, ohne die Perspektive durch
planungsrechtliche Vorgaben einzuengen. Nun gilt es, den Entwurf, der sich
bisher an den Bewohner*innen und Nutzer*innen orientierte, mit dem
Planungsrecht in Einklang zu bringen.

3) unsere eigenen Planungen verfeinern. Wir werden im kommenden Jahr die
Detailplanung vorantreiben – so gut wir das bereits ohne Planungssicherheit
können. Dazu gehören vor allem Workshops zu folgenden Themen:

A) Dachbegrünung und Nutzung der Außenanlagen: Das Modell sieht im Osten
abgestufte begrünte Terrassen vor. Welche Gestaltungen und Nutzungsformen
sind in den Außenanlagen möglich und gewünscht, und welche Punkte gilt es zu
dabei zu berücksichtigen?

B) Mehrzweckhalle: Eine lautstarke Club- bzw. Konzertnutzung schließen wir
aus. Zu klären ist daher: Welche anderen Möglichkeiten für eine vielfältig
zu nutzenden Halle können verfolgt werden? Vorträge, Tagungen, Läden,
Märkte, Theater, … ? Wir wollen gemeinsam und von Grund auf entwickeln,
welche Nutzungen das Viertel bereichern können ohne zu polarisieren.

C) Parkraum und Mobilität: Welche Stellplätze werden wo benötigt, und wie
können die Wegstrecken zum Flurstück 277 und zurück positiv beeinflusst
werden? Welche Probleme können zu Stoßzeiten entstehen und wie kann dem
begegnet werden?

** Termine **
Am Samstag, den 2. Dezember 2017 veranstalten wir gemeinsam mit dem Crash
ein Benefiz-Konzert, bei dem u.a. das Freiburger A-Capella-Quintett „Öl des
Südens“ (http://www.oel-des-suedens.de) auftritt. Wir hoffen,
dass dieses Konzert eine schöne Gelegenheit wird, den Crash-Keller neu oder
einmal ganz anders zu entdecken. Gesonderte Einladung folgt.
Für Mittwoch, den 10. Januar 2018 planen wir ein Nachbarschaftstreffen im
Rahmen eines Neujahrsempfangs, bei dem wir wieder den Stand der Dinge und
die kommenden Schritte vor- und zur Diskussion stellen werden. Eine
gesonderte Einladung werden wir Ihnen ebenfalls rechtzeitig zukommen lassen.
Als mögliche Termine für die Verfeinerung des Bauentwurfs fassen wir einen
Samstagnachmittag Ende Januar bzw. Anfang Februar 2018 ins Auge. Auch dazu
werden wir bald näher informieren.

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Das Kleingedruckte:
Sie möchten diesen Newsletter nicht mehr bekommen, sind an einer Mitarbeit
interessiert oder haben Fragen zum Thema Flurstück 277 – Crash-Areal von
morgen? Dann schreiben Sie uns bitte an: mail@flurstueck277.de

Fraktionsgespräche

Derzeit führen wir Gespräche mit den Fraktionen des Gemeinderates, um diesen unsere Initiative vorzustellen und über unsere Ziele wie auch unsere bisherigen Schritte zu informieren.

Man darf gespannt sein auf die Rückmeldungen aus diesen Runden!

Modelle der Infoveranstaltung

Wir freuen uns, hier nun die ersten Eindrücke der beiden Entwürfe für die Neubebauung des Crash-Areals präsentieren zu können.

Herzlichen Dank nochmal an das Architekturbüro ABMP, die aus unseren luftigen Wünschen und Vorstellungen zwei konkrete Modelle erarbeitet haben!

Detaillierte Informationen und Bildmaterial zu den Modellen finden sich in der

Präsentation von ABMP.

Modelle

Modell 1

Modell 1

Modell 2

Modell 2

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