Aktueller Newsletter (November 2017)

Liebe Freund*innen des Flurstücks 277 – Crash-Areal von morgen,

unser letzter Newsletter liegt schon etwas zurück. Das liegt vor allem
daran, dass in der ersten Jahreshälfte 2017 zwar viel passiert ist, dabei
aber wenig Neuigkeiten bezüglich der Planungen zu vermelden waren. In den
kommenden Monaten wird dagegen die gemeinsame Planung für das Flurstück 277
wieder ganz im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen.

** Rückblick auf 2016 **
Im vergangenen Jahr bestanden die Aktivitäten unserer Initiative vor allem
darin, einen Beteiligungsprozess anzustoßen und durchzuführen, der möglichst
viele Stimmen von Anwohner*innen und Nutzer*innen des Viertels „Im Grün“
berücksichtigt. Dazu wurden mehrere Workshops und
Informationsveranstaltungen durchgeführt und über 100 Beteiligungsmappen zu
verschiedenen Aspekten und sensiblen Punkten einer Neubebauung des
Flurstücks 277 verteilt. Aus den ebenso zahlreichen wie facettenreichen
Rückmeldungen wurde, mit tatkräftiger Unterstützung des Architekturbüros
ABMP, ein Modell entwickelt, das die eingegangenen Wünsche, Vorstellungen
und Problematiken berücksichtigt und baulich zusammenführt. Seitdem wurde es
bei mehreren Veranstaltungen und im Internet vor- und zur Diskussion
gestellt und hat dabei viel Anklang erfahren.

** Aktivitäten 2017 **
Nach diesem wichtigen Schritt waren wir gespannt darauf, was die Mitglieder
des Freiburger Gemeinderats zu dem gemeinsam mit dem Viertel erarbeiteten
Vorschlag sagen werden. Zum Jahresbeginn 2017 bemühten wir uns daher, das
Modell den Fraktionen des Freiburger Gemeinderats vorzustellen und mit ihnen
zu diskutieren. Aufgrund von Terminschwierigkeiten zog sich diese Phase,
anders als geplant, bis zum Sommer 2017 hin. In den Gesprächen haben wir
viel Zuspruch für den beispielhaften Ansatz der Bürgerbeteiligung und den
dabei herausgekommenen Entwurf erhalten. Es wurde allerdings auch deutlich,
dass dies nur ein erster Schritt sein kann. Bei den ebenso zahlreich
gestellten Fragen nach politischer Unterstützung haben wir deutlich gemacht,
dass wir für eine detailliertere Ausarbeitung eine gewisse
Planungssicherheit brauchen. Denn bisher lief jegliche Arbeit, auch die der
ABMP Architekten, rein ehrenamtlich. Es ist klar, dass auf dieser Grundlage
nur ein erster Vorschlag erarbeitet werden konnte und dass Verfeinerungen
des Modells auch Geld kosten werden. Wir hoffen daher auf ein baldiges
Signal, dass diese Anstrengungen eine reelle Chance auf Umsetzung haben.

** Stand und Zukunft der Planungen **
Gemäß unserem Ansatz, dass die Impulse für ein Crash-Areal von morgen aus
dem Viertel kommen sollten, wollen wir die Initiative jedoch keinesfalls an
die Gemeinderatsfraktionen delegieren. Zur Finanzierung von Detailplanungen
des Architekturmodells sind wir gerade dabei, einen Förderverein zu gründen.
Sein Hauptzweck wird die Förderung von Kunst und Kultur durch die Schaffung
geeigneter lärmreduzierter Veranstaltungsräume in der Schnewlinstr. 7 sein.
Da die Schaffung von günstigem selbstverwalteten Wohnraum alleine leider
nicht gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung ist, sind wir für die
angestrebte Gemeinnützigkeit auf den Vereinszweck „Förderung von Kunst und
Kultur“ angewiesen. Wir interpretieren diese Förderung allerdings
dahingehend, dass wir Räume für ein konfliktfreies Nebeneinander von Kultur
& Wohnen schaffen wollen. In einem Mischgebiet wie in der Schnewlinstr.
müssen diese Räume unserer Meinung nach hohe Standards erfüllen, zumal in
dem geplanten Gebäude selbst ja schon ein konfliktfreies Nebeneinander von
Wohnen und Kultur erreicht werden muss.
Dem dient vor allem die Mehrzweckhalle im Erdgeschoss. Sie wird als
Lärmpuffer – und somit keinesfalls als eine neue Lärmquelle! – für die
darüber liegenden Räume baustatisch zwingend benötigt, schirmt aber auch den
Crash-Keller von der Umgebung ab. Dafür haben wir erhebliche Mehrkosten im
Vergleich zu einer einfacheren Überbauung eingeplant.
Natürlich haben auch wir von Befürchtungen bezüglich dieser Mehrzweckhalle,
insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft, gehört und stehen
diesbezüglich gerne für Nachfragen zur Verfügung. Wir möchten dies nochmals
besonders betonen, da uns selbst leider keine direkten Nachfragen, dafür
aber viele Gerüchte, erreicht haben.

** Ausblick **
Während wir also auf ein positives Signal von Seiten der Stadtpolitik
warten, werden wir die Planungen für ein Crash-Areal von morgen im Einklang
mit dem umliegenden Viertel weiter vorantreiben. Dazu gehört insbesondere:

1) mehr über den ursprünglich geplanten IHK-Neubau zu erfahren. Wir haben
unsere Pläne und Schritte für eine alternative Bebauung zu jeder Zeit offen
und transparent dargelegt. Gleichzeitig stehen wir vor der Situation, dass
über die ursprünglichen Pläne der IHK zur Bebauung des Crash-Areals so gut
wie nichts bekannt ist. Sicher ist nur, dass bei einem IHK-Neubau ebenfalls
eine Clubnutzung im Keller vorgesehen ist. Wie sich dieser Neubau und seine
Nutzung in die Nachbarschaft einfügen sollen, interessiert uns als
stadtteilpolitisch Aktive ebenso wie als direkte Anwohner*innen.

2) Abstimmungen mit den zuständigen Ämtern. Ausgangspunkt unserer Initiative
war eine von der Basis ausgehende Stadtteilplanung, die ganz bewusst auf
kreative Wünsche und Ideen gesetzt hat, ohne die Perspektive durch
planungsrechtliche Vorgaben einzuengen. Nun gilt es, den Entwurf, der sich
bisher an den Bewohner*innen und Nutzer*innen orientierte, mit dem
Planungsrecht in Einklang zu bringen.

3) unsere eigenen Planungen verfeinern. Wir werden im kommenden Jahr die
Detailplanung vorantreiben – so gut wir das bereits ohne Planungssicherheit
können. Dazu gehören vor allem Workshops zu folgenden Themen:

A) Dachbegrünung und Nutzung der Außenanlagen: Das Modell sieht im Osten
abgestufte begrünte Terrassen vor. Welche Gestaltungen und Nutzungsformen
sind in den Außenanlagen möglich und gewünscht, und welche Punkte gilt es zu
dabei zu berücksichtigen?

B) Mehrzweckhalle: Eine lautstarke Club- bzw. Konzertnutzung schließen wir
aus. Zu klären ist daher: Welche anderen Möglichkeiten für eine vielfältig
zu nutzenden Halle können verfolgt werden? Vorträge, Tagungen, Läden,
Märkte, Theater, … ? Wir wollen gemeinsam und von Grund auf entwickeln,
welche Nutzungen das Viertel bereichern können ohne zu polarisieren.

C) Parkraum und Mobilität: Welche Stellplätze werden wo benötigt, und wie
können die Wegstrecken zum Flurstück 277 und zurück positiv beeinflusst
werden? Welche Probleme können zu Stoßzeiten entstehen und wie kann dem
begegnet werden?

** Termine **
Am Samstag, den 2. Dezember 2017 veranstalten wir gemeinsam mit dem Crash
ein Benefiz-Konzert, bei dem u.a. das Freiburger A-Capella-Quintett „Öl des
Südens“ (http://www.oel-des-suedens.de) auftritt. Wir hoffen,
dass dieses Konzert eine schöne Gelegenheit wird, den Crash-Keller neu oder
einmal ganz anders zu entdecken. Gesonderte Einladung folgt.
Für Mittwoch, den 10. Januar 2018 planen wir ein Nachbarschaftstreffen im
Rahmen eines Neujahrsempfangs, bei dem wir wieder den Stand der Dinge und
die kommenden Schritte vor- und zur Diskussion stellen werden. Eine
gesonderte Einladung werden wir Ihnen ebenfalls rechtzeitig zukommen lassen.
Als mögliche Termine für die Verfeinerung des Bauentwurfs fassen wir einen
Samstagnachmittag Ende Januar bzw. Anfang Februar 2018 ins Auge. Auch dazu
werden wir bald näher informieren.

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Das Kleingedruckte:
Sie möchten diesen Newsletter nicht mehr bekommen, sind an einer Mitarbeit
interessiert oder haben Fragen zum Thema Flurstück 277 – Crash-Areal von
morgen? Dann schreiben Sie uns bitte an: mail@flurstueck277.de